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Modellbau – einen Schritt weiter

Nachdem im Sommer definitiv der Hof und die Arbeiten draußen unter der Mitternachtssonne Priorität haben, so kann ich im September/Oktober mit gutem Gewissen den Platz am Schreib-/Arbeitstisch wieder mehr Beachtung schenken und im Kleinen kreativ werkeln. Daher ist es an der Zeit, hier mal wieder ein paar Worte zu hinterlassen. 2021 ist nun schon zwei Wochen alt und viele haben das neue Jahr mit einem Rückblick und einen Blick in die Zukunft begonnen. Ich bin dann mal so unkreativ und tue es der Masse gleich.

2020

Kann man auf dieses Jahr zurückblicken, ohne Corona zu erwähnen? Ich denke nicht. Dennoch muss ich sagen, dass wir hier in Nordnorwegen auf den Vesterålen bisher von der Pandemie nur leicht touchiert wurden. Sehr wenige Infizierte mit bekannter Ansteckungsquelle und keine Todesfälle. Insgesamt ist ganz Norwegen bisher sehr glimpflich davongekommen, was die Ausbreitung von Covid-19 betrifft. Doch auch hier gibt es strenge Maßnahmen die sich bei einigen zum Teil stark sozial und finanziell auswirken.

Und der Modellbau, wie sieht es da aus? Da kann ich sagen, war 2020 ein extrem spannendes Jahr. Nicht so sehr, was fertige Modelle oder gar eine Anlage/ein Modul betrifft, nein hier stand 2020 noch deutlich im Zeichen von Planung und Recherche. Aber was die Fertigung und Konstruktion angeht, da war 2020 ein Meilenstein in meiner wieder aufgeblühten, jungen „Modellbaukarriere“. Zum einen war da der schon erwähnte Erwerb eines Prusa SL1 3D-Resindruckers und die Vertiefung in die CAD-Software FreeCAD. Zum anderen habe ich aber auch meine Liebe zu Lasercut-Bausätzen und den damit verbundenen Werkstoffen, Holz, Pappe und Papier entdeckt. Dies resultierte dann im Kauf eines FabCreator FabCore 40 W Lasercutters. FabCreator ist ein junges Unternehmen und produziert im niederländischen Geldrop-Mierlo. Der FabCore ist ein klassischer Einsteiger-Lasercutter und für all meine Modellbauarbeiten mehr als ausreichend – 10 mm Pappelsperrholz schneiden oder hauchfeine Gravuren und Details – alles kein Problem. Ich bin überaus zufrieden, mit dem FabCore und mit dem netten, persönlichen Kontakt zum Hersteller. Ähnlich wie beim 3D-Druck, müssen am Anfang erst einmal alle Möglichkeiten und Grenzen ausgelotet werden, ist doch auch diese Gerätschaft absolutes Neuland für mich. Aber ich bin immer wieder überrascht, wieviele Möglichkeiten und wie wenige Grenzen es doch gibt. Und die Resultate sind vielversprechend. Zur Zeit arbeite ich an sächsischen Bahnbauten, wie z.B. der Wartehalle der Haltestelle Obstmühle, aber auch an teils strohgedeckten Fachwerkhäusern, wie sie typisch für Sachsen Ende des 19. Jahrhunderts waren. Ein erstes fertiges Lasercut-Modell ist im Rahmen einer Wichtelaktion im TT-Board entstanden – ein  Gebäude mit Räumlichkeiten für Fahrdienstleiter und Rangierer der Dessau-Wörlitzer-Eisenbahn. Nicht perfekt, aber für einen ersten Versuch war ich schon recht zufrieden. Auch wenn dies kein sächsisches Gebäude ist, so kann ich mir durchaus vorstellen noch etwas Zeit in dieses kleine Modell zu investieren und es vielleicht dieses Jahr noch als Lasercut-Bausatz anzubieten. Oh, ich schrieb „dieses Jahr“, also schnell zum nächsten Absatz.

Aufenthaltsraum für Bahnpersonal des Dessau Wörlitzer Bahnhofes in 1:120

2021

Genau, ihr habt richtig gelesen. Ich plane 2021/2022 kleine Lasercut-Bausätze anzubieten. Der Fokus soll hierbei am Anfang auf der Epoche I zur Zeit der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen liegen. Des weiteren plane ich ein paar historische Gebäudebausätze aus Nordnorwegen. Entstehen sollen diese sowohl in TT 1:120 als auch in H0 1:87. Das ist der Plan. Da diese Bausätze aber nicht nur schön, sondern auch beim Zusammenbau und später auf der Anlage Freude bereiten sollen, werde ich noch einige Konstruktionsmöglichkeiten wie auch Materialen testen müssen. Auch wenn ich bisher sehr gute Erfahrungen mit Finnpappe für den Grundkörper der Gebäudemodelle gesammelt habe, war ich trotzdem auf der Suche nach einem stabileren, langlebigeren Material. Auf der Suche nach eben diesem bin ich auf Kraftplex gestoßen welches zu 100% aus ungebleichten Zellulosefasern besteht, welche wiederum mit Hilfe thermischer Energie zu Platten gepresst werden und dadurch ohne Klebstoffe und chemischen Zusätze auskommen. Ein extrem stabiles und umweltfreundliches Material was sich auch noch perfekt für den Zuschnitt mit dem Lasercutter eignet. Demnächst erhalte ich eine Lieferung Kraftplex ST in den Stärken 1 mm, 1,5 mm und 3 mm sowie Kraftplex CL in 0,5 mm Stärke, welche ich dann weiter auf Herz und Nieren testen werde. Auch ein Versuch, aus Kraftplex ST ein Strohdach im Maßstab TT 1:120 herzustellen, ergab eine feine, stabile Gravur und war damit sehr vielversprechend.

Der Versuch eines Strohdaches in 1:120 – Gravur auf Kraftplex ST

Und der 3D-Drucker, soll aus dem auch etwas kommen? Ja, auch dieser bleibt nicht arbeitslos. Neben Kleinteilen für Gebäude, arbeite ich ja auch an der Umsetzung eines sächsischen G1 (Lfd. Nr. 349). Die Konstruktion des Fahrgestells ist soweit fertig und beim Wagenkasten stehen noch ein paar Details aus. Noch ist allerdings nicht geklärt, in welchem Materialmix ich den Wagen anbieten werde. Neben reinem 3D-Druck ist auch die Kombination aus einem Messing-Feinguss Fahrwerk mit Resinguss-Wagenkasten, eine qualitativ hochwertigere Alternative. Wir werden sehen.

2021/2022 sollen also die ersten Bausätze erscheinen – und zwar unter dem Namen FINSKALA MODELL. Dies ist ist eine Entwicklung, die deutlich weitergeht, als das, was ich vor zwei, drei Jahren vor mir gesehen habe, als ich nur eine kleine Modelleisenbahnanlage bauen wollte. Aber ich habe soviel Freude an der Vorbildrecherche und der Umsetzung ins Modell, dass es sich richtig anfühlt, anderen auch diese Modelle anzubieten. Und ob die Modelle auch entsprechend gut werden? Ja, das hoffe ich. Modellbahner sind oft sehr kritisch, so auch ich! Und das ist, denke ich, doch schon mal eine gute Voraussetzung. 🙂

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