Die Idee

Wenn man sich die Frage stellt, was der Unterschied zwischen einem reinen Landschaftsdiorama und einer Modellbahnanlage ist, so ist doch die Antwort recht einfach: Das Gleis! In den meisten Maßstäben, so auch in TT, ist mittlerweile der Detailierungsgrad von Triebfahzeugen, Waggons, Gebäuden, Vegetation und anderen Auschmückungsgegenständen so hoch, dass durch entsprechende Patina und Lichtsetzung die perfekte Illusion entsteht. Es gibt allerdings eine Außnahme – das Rad-Schiene-System. Während von vielen Modellbahnern an Loks & Co. mittlerweile die höchsten Maßstab angelegt werden und auf die korrekte Darstellung von z.B. Leitungen, Beschriftung Revisionsdaten, werden das Gleis und die Räder stark vernachlässigt.

Die Idee ein feineres Gleis im Maßstab 1:120 zu bauen ist nicht neu. So gibt es einige TT-Anlagen und Module, die mit Gleisen aus Pertinaxschwellen und aufgelöteten Code 55 (1,39 mm) Schienenprofilen betrieben werden. Leider überzeugt mich die Optik der Schwellen nicht ganz und das Code 55 Profil ist, wenn auch deutlich niedriger als Tilligs Code 83 (2,03 mm), doch deutlich zu klobig.

Die Firma TTfiligran benutzt das von Märklin Z bekannte Code 60 (1,57 mm) Schienenprofil, mit steckbaren Kleineisen in Kunstoffspritzguss und Echtholz- bzw. Kunststoffschwellen. An sich ein vielversprechendes Gleissystem, recht einfach zu bauen und NEM-tauglich. Allerdings ist dieses Gleissystem erst ab Epoche II einzusetzen, da es den Reichsbahnoberbau K darstellt und, da NEM-tauglich, auf breite, vorbildwidrige Räder angewiesen. Ist das ein Problem? Ja, schließlich hat man sich ja in den Kopf gesetzt, ein Betriebsdiorama der Haltestelle Obstmühle in Sachsen um 1913 (Epoche I) zu bauen. Auf dieser Strecke zwischen Waldheim und Rochlitz war nunmal der sächsische Oberbau 3. Ordnung vorhanden und der Wunsch, zierliche Fahrwerke mit schmalen, vorbildlichen Rädern darzustellen, soll ja auch berücksichtigt werden. Doch welche Alternativen hat man als quasi Neueinsteiger.

Stöbern hilft! Bei den H0puristen findet man fantastischen Gleisbau und bei Klaus-Dieter Pfennig (D.I.T. Modell) sogar ein preußisches Gleis, dessen Konstruktionsprinzip sich wunderbar auf ein sächsisches Gleis übertagen lässt.

Geringswalde – Güterzug mit sächsischer V V auf der Klosterbachbrücke
Quelle: SLUB / Deutsche Fotothek, Brück und Sohn, 1913

Dank einem Foto der Klosterbachbrücke in Geringswalde lies sich erkennen, dass zwischen Waldheim und Rochlitz 6 Meter lange Schienen verlegt wurden. Ein Blick in das Buch „Das Eisenbahn-Bauwesen für Bahnmeister und Bauaufseher, als Anleitung für den praktischen Dienst und zur Vorbereitung für das Bahnmeister-Examen“ von Ernst Susemihl (1899) verriet dann, dass es sich um den Oberbau 3. Ordnung handeln muss (vgl. Susemihl (1899), S. 100-102).

Schwelleneinteilung für 6 m lange Schienen

…Text ist in Arbeit und wird fortgesetzt…

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